Das Königreich Romkerhall und seine Geschichte

Der Name Romkerhall ist mit vielen großen Namen verknüpft, denn zu den Ahnen derer von Romkerhall gehören Kaiser, Könige und Fürsten. Bestes Beispiel hierfür ist König Georg V., der Prinzessin Marie von Sachsen-Anhalt ehelichte. Ihr ursprünglicher Wohnsitz war das Schloss Marienburg bei Nordstemmen in der Nähe von Hildesheim.

Es gehörte in den Herrscherhäusern seinerseits zur Tradition, dass der Adel bestimmte Reviere zur Jagd nutzte - alleine schon aus Repräsentationsgründen. Obwohl blind, erfasste König Georg V. intuitiv den besonderen Reiz und die Romantik der Landschaft um Romkerhall. Er errichtete hier einen Jagdsitz und ließ 1862 den höchsten Wasserfall des Harzes anlegen (siehe Bild rechts). Dazu ließ er die kleine Romke, die oben in den Bergen fließt, umleiten und das Wasser den 64 Meter hohen Felsen herabstürzen. Wenn er auch den Anblick des prächtigen Wasserfalls nicht genießen konnte, so konnte er sich zumindest am Plätschern des Wasserfalls erfreuen.

Man sagt, dass er anlässlich dieser Aktion Romkerhall offiziell zum Königreich Hannover zugehörig erklärte. Er machte dieses Gebiet gemeindefrei und unterstellte es der Krone in Hannover direkt.

Daraufhin soll er seiner Gattin Königin Marie Romkerhall zum Geschenk gemacht haben und den unweit entfernten Felsen "Marienwand" nach ihrem Namen benannt haben.

Auch wenn einige Leute diese Geschichte als Legende bezeichnen, konnte sie bisher nicht widerlegt werden.

Die meisten Kritiker des Königreichs Romkerhall behaupten, das Anwesen wäre von einer Familie Hülsch Ende des 19. Jahrhunderts - d.h. erst nach König Georgs Zeiten – erbaut worden, denn die ersten Grundbucheintragungen beziehen sich auf eine Familie Hülsch.
Dass das Gebäude viel älter ist, wurde durch die Recherche des Heimatforschers Knolle erwiesen.
Dieser fand heraus, dass der Betreiber des Anwesens ein Herr Lüer war, der 1861 den Grundstein legte bzw. bei der Grundsteinlegung mit anwesend war. Lüer war jedoch nicht der Eigentümer, so dass bisher nicht widerlegt werden konnte, dass König Georg V. von Hannover den Bau finanzierte.

Es gibt Gründe, die dafür und dagegen sprechen, dass Königin Marie von Hannover die ursprüngliche Eigentümerin des Anwesens war.

Das historische Gebäude sowie der Wasserfall wurden in etwa zur gleichen Zeit errichtet.

Der künstlich angelegte Wasserfall befindet sich genau gegenüber der Eingangstür des Jagdschlösschens. Man sagt, dass sich der blinde König Georg daran orientierte, um auch alleine den Eingang finden zu können, während sich seine Jagdgesellschaft auf der Jagd befand.

Gastwirt Lüer war der Verwalter des Anwesens, kümmerte sich um das Gästehaus und führte dort ganzjährig eine öffentliche Trinkhalle.

Der Name des Ortes "Romker-Halle" ist darauf zurückzuführen.

Lüer führte den Betrieb weiter, als König Georg mit seiner Familie nach Österreich ins Exil ging und übergab es 1998 an Familie Hülsch, die es als Hotel- und Gaststättenbetrieb umbauten..

Als 1918 die Monarchie in Deutschland erst einmal zu Ende ging, geriet die Geschichte des Hauses Romkerhall in Vergessenheit. Dies allerdings nur, um in diesen Tagen erneut Geschichte zu schreiben.

Als das Anwesen nach einem Brand wieder zum Leben erweckt wurde, stellte sich heraus, dass dieses Gebiet von Preußen nach deren Annexion des Königreiches Hannover, keiner Gemeinde zugeordnet worden war. Auch bei der Gebietsreform in den 70er Jahren in der Bundesrepublik wurde dieses Gebiet nicht aufgeteilt, so dass es bis heute gemeindefrei und in Privatbesitz ist (Gemeindefreie Gebiete befinden sich i.d.R. in öffentlicher Hand und sind unbewohntes Land). Diesen glücklichen Umstand nutzte man, um etwas auf dieser Welt einmaliges zu schaffen!

In Prinzessin Erina von Sachsen, Herzogin zu Sachsen, der Ehegattin Prinz Thimos, dem Enkel des letzten Sachsenkönigs Friedrich August III., fand man ein würdiges Staatsoberhaupt getreu der Tradition. Darin besteht das direkte Bindeglied in der Erbfolge zur Sachsenkrone.

Entsprechend der Tradition des Königreiches können durch Ihre Majestät verdiente Bürger in den Adelsstand erhoben werden oder zum Ritter geschlagen werden. Außerdem können Lieferanten den Titel "Hoflieferant" erhalten (Bild unten: Königin Erina ernennt Sängerin Petra zur Hofsängerin).


Anlässlich der Inthronisation von Königin Erina im Jahre 1988 wurden verschiedene Münzen herausgegeben. Der Königsthaler ist das offizielle Zahlungsmittel im Königreich Romkerhall. Selbstverständlich wird auch der Euro überall akzeptiert!


Der ehemalige Eigentümer und Statthalter, hat dem kleinen Königreich wenig Ehre gemacht.
Er ließ das Anwesen völlig verkommen.

Das Anwesen ist nun in neuen Händen und wird saniert.
Die Firma Moneypenny Tours hat das Management und die Vermarktung des kleinen Königreichs, dessen Mittelpunkt das ehemalige Jagdschloss von König Georg V. ist, übernommen. Das Königreich soll nun wieder  aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden!

Das Staatsoberhaupt, Königin Erina, gab die Regierungsgeschäfte aus Altersgründen bereits vor einigen Jahren aus der Hand und verstarb im Februar 2010 im Alter von 88 Jahren.
Fürstin Susanne - die derzeitige Eigentümerin des Jagdschlösschens - versprach, Romkerhall im Sinne der verstorbenen Monarchin zu verwalten und die Rechte für Siegel und Bann obliegen in ihren Händen.

Solange die Nachfolge Ihrer Majestät Königin Erina noch nicht geregelt ist, repräsentiert Fürstin Susanne Romkerhall.

Zur Unterstützung der Regierungsgeschäfte wurde der “königliche Orden der Ritter zu Romkerhall” gegründet, dessen Vorsitz die Romkerhaller Fürstin inne hält.

Ähnlich wie beim Malteserorden, engagiert sich auch der „königliche Orden der Ritter zu Romkerhall“ für soziale Projekte.
Hauptaugenmerk liegt auf dem Vorleben und Vermitteln traditioneller Werte wie Achtsamkeit, Respekt, Tugendhaftigkeit, Loyalität, Toleranz und Ehrlichkeit.
So kann jedes Mitglied, welches den Stand eines Knappen durchlaufen hat und als würdig empfunden wurde, dem Orden beizutreten, in einer feierlichen Zeremonie im Romkerhaller Königssaal zum Ritter geschlagen werden.

Die „königlichen Ritter zu Romkerhall“ verstehen sich als Berater, Schützer und Repräsentanten des Königreiches Romkerhall. Sie stehen loyal zu Ihrer Fürstin und sind untereinander verbunden im gemeinschaftlichen ritterlichen Geiste.

Aufgrund seines Engagement für das Königreich Romkerhall wurde Fürst Stefan - der Mann an der Seite der Fürstin - zum Statthalter ernannt.

Fürstin Susanne und Fürst Stefan zu Romkerhall

 

 

In Memoriam



Königin Erina von Romkerhall
Prinzessin von Sachsen, Herzogin zu Sachsen

wurde am 23.7.1921 geboren und verstarb am 16.2.2010 im Alter von 88 Jahren in Emden und wurde neben ihrem Gatten Prinz Thimo – Enkel des letzten Sachsenkönigs Friedrich August III - beigesetzt

 

Aus der Geschichte Niedersachsens

 

Daten zur Geschichte Niedersachsens


9: Schlacht im Teutoburger Wald, Sieg des Cheruskers Arminius über die Römer unter Varus.

722 - 804: Sachsenkriege Karls des Großen

919: Heinrich I., Herzog von Sachsen wird deutscher König

966: Otto der Große setzt Hermann Billung zum Herzog von Sachsen ein

1180: Heinrich der Löwe verliert das Herzogtum Sachsen, das unter den Askariern und dem Erzbischoftum von Köln aufgeteilt wird

1198: Heinrichs Sohn Otto IV. wird zum deutschen Koenig gewählt

1235: Die welfischen Eigentümer werden zum Herzogtum Braunschweig- Lüneburg erhoben

1371 - 1388: Lüneburger Erbfolgekriege"

1529: Beginn der Reformation in den welfischen Fürstentuemern

1576: Gründung der Universität Helmstedt

1626: Schlacht bei Lutter am Barenberge

1648: Im Westfaelischen Frieden fallen die Herzogtümer Bremen und Verden an Schweden

1667: Die Grafschaft Oldenburg fällt an Dänemark

1692: Hannover erringt die 9. Kurwürde

1705: Vereinigung der Fürstentuemer Lüneburg und Calenburg

1714: Kurfürst Georg Ludwig besteigt als König Georg I. den englischen Thron; Beginn der Personalunion

1720: Hannover gewinnt Bremen und Verden

1737: Gründung der Universität Göttingen

1744: Ostfriesland fällt an Preußen

1803: Im Reichsdeputationshauptschluss fällt das Hochstift Osnabrück an Hannover, das Oldenburger Münsterland an Oldenburg

1810: Oldenburg, Ostfriesland und das nördliche Hannover werden von Frankreich annektiert

1815: Hannover wird Königreich und erhält Hildesheim, Ostfriesland und das Emsland

1837: Ende der Personalunion; König Ernst August von Hannover hebt das Staatsgrundgesetz auf

1848: Die Märzrevolution erzwingt in Hannover zahlreiche liberale Reformen

1851: König Georg V. übernimmt in Hannover den Thron

1866: Schlacht bei Langensalza und Annexion Hannovers durch Preußen; Hannover wird preußische Provinz

1884: Aussterben des Hauses Braunschweig

1913: Regierungsübernahme in Braunschweig durch Herzog Ernst August

1918: Sturz der drei in Niedersachsen noch regierenden Monarchen

Aus der Geschichte Niedersachsens

Der niedersächsische Raum weist seit der Altsteinzeit (12000 - 8000 v. Chr.), Spuren der Besitznahme durch die Menschen auf. Da diese ein nomadenhaftes Leben führten, kannten sie noch keine festen Wohnplätze. Mit der Verbesserung der klimatischen Verhältnisse in der mittleren Steinzeit (8000 - 3000 v. Chr.) zeigen sich dann erste Spuren der Sesshaftigkeit , die in der Jungsteinzeit (3000 - 1600 v. Chr.) voll erreicht ist. Nicht mehr Jagen und Sammeln von Waldfrüchten, sondern das Halten von Nutztieren und der Anbau von Nutzpflanzen sichern nun den Nahrungserwerb. Die Mittelgebirgszone im südlichen Niedersachsen ist einer europäischen Kulturgruppe zuzurechnen, die durch eine besondere Form der Verzierung von Tongefäßen, der Bandkeramik, gekennzeichnet ist.
Die Bronzezeit (1800 - 800 v. Chr.) bringt die Technik des Bronzegusses auch nach Norddeutschland und hinterlässt Schmuck, Geräte und Waffen aus diesem Material in vielfältigen Formen. Das Vorkommen von Raseneisenstein in den feuchten Niederungen des Landes ermöglicht den Übergang zur älteren Eisenzeit (800 v. Chr. bis Chr. Geb.).

Die Römer im niedersächsischen Raum

Aus den Jahrzehnten um Christi Geburt stammen die ältesten schriftliche Zeugnisse über Norddeutschland. Römische Schriftsteller berichteten über den vergeblichen Versuch, die grenzen des römischen Weltreiches über den Rhein und Donau hinaus bis zur Elbe und bis an die Nordseeküste auszudehnen und geben dabei auch eine Schilderung der Beschaffenheit des Landes und seiner Bewohner. Wir erfahren z. B. aus der "Germania" des Tacitus vor allem die Namen der germanischen Stämme, die zu dieser Zeit zwischen Elbe und Ems, Harz und Nordsee ihre Wohnsitze hatten: im Norden die Chauken, um die mittlere Weser die Angrivarier, südlich davon die Cherusker. Dazu kamen die Langobarden an der Elbe und später die Friesen im äußersten Nordwesten. Die Cherusker unter ihrem Anführer Arminius spielten die zentrale Rolle in einer Koalition mehrerer Stämme, die in der Schlacht am Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. dem römischen Feldherren Varus eine vernichtende Niederlage beibrachten.

Der sächsische Stammesstaat

Seit dem Ausgang des 3. Jahrhunderts dehnte sich der Stamm der Sachsen von seiner Heimat in Holstein nach Süden aus, überschnitt die Elbe und füllte schließlich im 7. Jahrhundert den Raume des heutigen Niedersachsens, Westfalen und der Altmark fast völlig aus. In den vier Heerschaften oder Stammeslandschaften der Nordleute, Westfalen, Engern und Ostfalen unterteilt, bildeten die Sachsen eine eigentümliche Verfassung aus. Es gab keine monarchische Spitze; nur in Kriegszeiten wurde ein gemeinsamer Heerführer gewählt.

Fränkische Zeit

Die nur lockere Verbindung der einzelnen Stammeslandschaften trug mit dazu bei, dass die Sachsen trotz jahrzehntelanger heißer Gegenwehr die Einbeziehung in das fränkische Großreich nicht verhindern konnten. Kaiser Karl der Große unternahm mehrere Heerzüge, die ihn bis an die Elbe führten. Er suchte den Widerstand durch Umsiedlungsaktionen zu brechen. Nach der Unterwerfung und Taufe des sächsischen Anführers Widukind im Jahre 785 war das Land im Wesentlichen befriedet. Hand in Hand mit der fränkischen Eroberung ging die Christianisierung Sachsens. In Bremen und Verden, Minden und Osnabrück, Münster und Paderborn, später auch in Hildesheim und Halberstadt wurden Bistümer eingerichtet, von denen aus die ersten Taufkirchen gegründet wurden. Am raschesten trat der sächsische Adel zum neuen Glauben über, während die Bauern damit zögerten. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts war die Missionierung in ganz Sachsen durchgeführt. Unter Karl und seinen Nachfolgern wurden die einheimischen Adelsfamilien zur Verwaltung des Landes herangezogen. Als Grafen vertraten sie die Staatsgewalt in ihren Amtsbezirken.

Heinrich der Löwe

Die Herzogswürde in Sachsen hatten schon im 10. Jahrhundert die Billunger übernommen. 1106 starben sie aus. Bald nach 1100 hatten die Welfen in Sachsen Fuß gefasst, ein ursprünglich fränkisches Geschlecht, das in Schwaben und Bayern ansässig geworden war. Es erwarb durch kluge Heiratspolitik beträchtlichen Besitz. Heinrich der Löwe, der 1142 den Thron übernahm, sicherte zunächst mit Geschick und Tatkraft sein Erbe und baute Sachsen zu einem geschlossenen Machtkomplex aus. Mit seiner rücksichtslosen Verdrängungspolitik machte er sich zahlreiche Feinde unter den geistlichen und weltlichen Fürsten im norddeutschen Raum, auf deren Kosten er seine Herrschaftsansprüche durchsetzte. Anfangs deckte ihm dabei sein kaiserlicher Vetter Friedrich I. Barbarossa den Rücken, da er Heinrichs Unterstützung für seine Italienpolitik brauchte. Doch als die königsgleiche Stellung des Herzogs schließlich das Gefüge des Reiches zu sprengen drohte, entzog der Kaiser ihm seine Unterstützung. Heinrich wurde von seinen Gegnern wegen Friedensbruch und Gewalttätigkeit verklagt und 1180 in Gelnhausen verurteilt. Er verlor beide Herzogtümer.

Der Zerfall des sächsischen Herzogtums und der Wideraufstieg der Welfen

Die Einheit des sächsischen Stammesstaates wurde durch den Sturz Heinrich des Löwen für immer zerschlagen. Der westliche Teil wurde als Herzogtum Westfalen dem Erzbischof von Köln unterstellt, der östliche kam an die Askaner, die im 12. Jahrhundert zu den bedeutendsten Gegenspielern der Welfen geworden waren. Im Kerngebiet Sachsen konnte aber keiner der beiden Fürsten seine herzogliche Gewalt durchsetzen. Hier wurde der Weg frei für die Entstehung einer ganzen Reihe von mittleren und kleinen geistlichen Territorien. Unter den nichtgeistlichen Staaten kam rasch wieder dem der Welfen die größte Bedeutung zu, nachdem Otto das Kind, ein Enkel des Löwenherzogs, seine Eigentümer um Braunschweig und Lüneburg 1235 als ein neu geschaffenes Herzogtum vom Kaiser als Lehen genommen hatte. Die herausragende Kraft in der weiteren geschichtlichen Entwicklung Niedersachsens waren die Herzöge von Braunschweig- Lüneburg. Bis zum 16. Jahrhundert bauten sie ihren Herrschaftsbereich zu einem nahezu geschlossenen, territorialen Komplex aus. Das 16. Jahrhundert brachte überall seine Festigung der landesherrlichen Machtstellung, die begleitet war von einem wirtschaftlichen und an vielen Stellen auch kulturellen Aufschwung. Er wird besonders im Fürstentum Wolfenbüttel sichtbar, wo unter Herzog Julius der Bergbau im Harz, an dem alle welfischen Linien beteiligt waren, belebt wurde und reiche Erträge abwarf. 1576 entstand in Helmstedt die erste Universität auf niedersächsischem Boden. Viele Leiden und Verwüstungen der Kriegszeit wirkten noch lange nach. Den Städten war durch den Verfall des Handels schwerer Schaden zugefügt worden.
Personalunion und Landesausbau

1714 bestieg Kurfürst Georg Ludwig (1698 - 1727) als König Georg I. den englischen Thron und begründete damit die bis 1837 währende Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien. Nur durch die Person des Herrschers waren die beiden Länder miteinander verbunden, blieben aber im Übrigen selbstständige Staaten. Hannover natürlich als ein Glied des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Regierungsgewalt lag beim König von England und Kurfürsten von Hannover in London; faktisch aber führten die Geheimen Räte in Hannover in etwa gleichem Maße Vorteile und Belastungen. Es empfing mancherlei geistige Anstöße von dort, aber ohne Hilfe der englischen Diplomatie und dem Druck der englischen Waffen wäre 1716/1720 der Erwerb der Herzogtümer Bremen und Verden von Schweden und Dänemark kaum gelungen. Andererseits wurde der Kurstaat in den europäischen Auseinandersetzungen um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu einer Achillesferse des britischen Inselreiches, an der es leicht zu verletzten war. Der Wiener Kongress gestaltete nach de Niederlage Napoleons 1815 die Landschaft Niedersachsens um. Das nunmehrige Königreich Hannover konnte ein letztes Mal die Früchte der diplomatischen Unterstützung durch England ernten. Das Königreich Hannover nahm 1815 unter den Staaten des "Deutschen Bundes" von seiner Fläche her mit etwa 38.000 km² den vierten, nach seiner Einwohnerzahl mit rund 1, 5 Millionen den fünften Platz ein.

Hannover unter König Ernst August

1837 endete die Personalunion, als wegen abweichender Erbfolgeregeln in England Königin Victoria, in Hannover aber ihr Onkel, der bereits 66- jährige Ernst August II., Herzog von Cumberland, den Thron bestieg. Ihm ging der Ruf eines erzkonservativen Mannes voraus und er bestätigte ihn, indem er sogleich nach dem Regierungsantritt das "Staatsgesetz" aufhob, weil es seine monarchischen Rechte beschnitt. Bei den Liberalen im ganzen Land erhob sich ein Entrüstungssturm gegen diesen Verfassungsbruch; sieben Göttinger Professoren ("Göttinger Sieben"), darunter die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm und der Historiker Friedrich Christian Dahlmann protestierten öffentlich und wurden mit Amtsenthebung und Landesverweis bestraft. Ein "Landesverfassungsgesetz" von 1840 versuchte dann einen Kompromiss zwischen den Standpunkten des Königs und der Opposition. Überhaupt verstand Ernst August es, durch eine überraschend flexible Politik sein Land vor weiteren Erschütterungen und Gefährdungen zu bewahren. Außenpolitisch hielt er sich von allem fern, was das Gleichgewicht im Deutschen Bund in Frage stellen konnte. Und während der Märzrevolution von 1848 kam er dem Ausbruch gewaltsamer Unruhen dadurch zuvor, dass er ein gemäßigt- liberales Kabinett mit Johann Bertram Stüve, einem Osnabrücker Politiker, als Innenminister berief. Der leitete in den gut zwei Jahren seiner Amtszeit eine große Zahl fortschrittlicher Gesetze ein und drängte in einer neuen Verfassung den Einfluss des Adels wider zurück. Seine Reformen trugen wesentlich dazu bei, dass Hannover zu einem der bestverwalteten Länder in Deutschland wurde.

Georg V.; Der blinde König

1851 folgte König Georg V. (1819 - 1878) seinem Vater nach. Früh erblindet, hatte er ein streng am monarchischen Prinzip orientiertes Weltbild entwickelt, das keinerlei Einbußen seiner Souveränität duldete, weder von innen durch Konzession an die liberalen und demokratischen Zeitströmungen, noch nach außen durch Zugeständnisse, welche die preußischen Hegemoniebestrebungen in Norddeutschland fördern könnten. Er wechselte häufig die Ministerien und auch den Kurs der Politik, die im Kern jedoch stets betont konservativ blieb. Entscheidenden Einfluss darauf hatte lange Zeit der reaktionäre Innenminister Wilhelm von Borries. Vor allem an seinem kleinlichen System der Bespitzelung und Überwachung nahm die erstarkende Opposition Anstoß, die von Rudolf von Benningen, dem Gründer des "Deutschen Nationalvereins", geführt wurde. Das Königreich Hannover war bis 1837 noch ganz durch die Landwirtschaft geprägt gewesen und hatte der englischen Industrie als willkommenes Absatzgebiet gedient. Erst ganz allmählich setze eine bescheidene Industrialisierung ein, vor allem in Hannover durch den Unternehmer Johann Egestorf, in Osnabrück und im benachbarten Braunschweig. Dort wurde 1838 die erste Eisenbahn in Niedersachsen gebaut, die von der Residenzstadt nach Bad Harzburg führte. Die beiden welfischen Staaten Oldenburg und Schaumburg- Lippe hatten sich 1834 bez. 1837 zu einem Wirtschaftsverband, dem "Steuerverein", zusammengeschlossen. Braunschweig schloss sich jedoch schon 1842, die anderen drei Länder dann 1851 dem von Preußen geführten "Deutschen Zollverein" an. Die Stadt Hannover erlebte unter dem kunstsinnigen Georg V. eine Blütezeit des Musiklebens und des Theaters. Städtebauliche Akzente wurden durch den Hofbaumeister Georg Friedrich Laves gesetzt, dem u. a. das Opernhaus und der Portikus des Leineschlosses zu verdanken sind.
Bismarck legte es darauf an, Österreich zum Krieg zu treiben. Dazu bot die gespannte Lage in Schleswig- Holstein Möglichkeiten. Österreich rief den Frankfurter Bundestag um Vermittlung in der Schleswig- holsteinschen Frage an. Aber Bismarck ließ Anfang 1866 Holstein durch preußische Truppen besetzen. Daraufhin beschloss der Deutsche Bundestag auf Antrag Österreichs den Krieg gegen Preußen, weil Bismarck den Gasteiner Vertrag gebrochen hatte. Damit begann der Preußisch- Österreichische Krieg. Alle wichtigen deutschen Staaten kämpften auf der Seite Österreichs, nur einige norddeutsche Kleinstaaten erklärten sich für Preußen. Das preußische Heer stand auf der Höhe seiner Leistungskraft. Durch Roons Reformen verjüngt und neu gegliedert, ausgestattet mit Krupp- Geschützen und dem Zündnadelgewehr von Nikolaus Dreyse, fähig, alle Möglichkeiten der Siemens- Halkeschen Telegrafie und des Eisenbahntransportes auszuschöpfen, war es das geeignete Werkzeug für die Strategie des General Moltke ("getrennt marschieren, vereint schlagen"). Der Krieg von 1866 dauerte fünf Wochen: Die Entscheidung fiel in weniger als acht Tagen. Moltke hatte drei Armeen eingesetzt. Ihre Vereinigung während der Schlacht bei Königsgrätz besiegelte die endgültige Niederlage des österreichischen Hauptheeres. Die Gegner Preußens in Süd- und Mitteldeutschland waren schlecht gerüstet. Es mangelte an ausgebildeten Soldaten, einsatzbereiten Geschützen, an Pferden und Uniformen. Bayern, das eine Armee von 100.000 Mann aufstellen wollte, vermochte nur mit Mühe 30.000 bis 40.000 Mann zu mobilisieren. Als die Armee des Königreiches Hannover versuchte, nach Süden zu marschieren, schlug sie zwar ein preußisches Korps, wurde danach aber bei Langensalza (Thüringen) von den Preußen geschlagen und zur Kapitulation gezwungen. Kurhessen konnten die preußischen Truppen ohne nennenswerten Widerstand besetzen und den Kurfürsten gefangen nehmen. Sachsen machte nicht einmal den Versuch einer Gegenwehr. Die sächsische Heeresleitung zog sich nach Böhmen zu den Österreichern zurück. Die Preußen konnten ohne Kampf in die Hauptstadt Dresden einziehen.
Das Königreich Hannnover wurde durch Bismarck zum Feindstaat erklärt und durch Truppen besetzt. Georg V. ging ins Exil nach Frankreich und versuchte dort eine Welfenlegion gegen Preußen aufzustellen. Daraufhin beschlagnahmte Bismarck sein gesamtes Vermögen. Die drei anderen niedersächsischen Staaten hatten sich rechtzeitig auf die Seite der Hohenzollern gestellt. Sie traten als eigenständige Bundesländer in den 1867 gegründeten "Norddeutschen Bund" und 1871 in das "Deutsche Reich" ein, während Hannover als eine Provinz in den preußischen Staat eingegliedert wurde.

Die Dynastie der Welfen

Das Geschlecht der Welfen trägt einen Namen, der für die deutschen Hochadelsfamilien, die sich üblicherweise nach Burgen und Stammessitzen nennen, ungewöhnlich ist. Denn "Welf" bedeutet das Junge eines Raubtieres und ist heute noch erhalten in der Bezeichnung "Welpen" für junge Hunde. Die Dynastie, die die erste eigene Familiengeschichte in Europa besitzt, bildet das älteste Fürstenhaus Deutschlands.
Die herausgehobene Stellung der Welfen gegenüber anderen Fürstenhäusern war im Mittelalter durchaus gegeben. Später dann verloren die welfischen Fürstenhäuser an Bedeutung. Im 18. Jahrhundert jedoch gelang es den Welfen, sich wieder ein reiches Ansehen zu schaffen.
Die Geschichte der Welfen lässt sich zurückverfolgen bis zum Spitzenahn "Rudhard". Die beiden Töchter des am nördlichen Bodensee ansässigen Grafen Welf I., nämlich Judith und Hemma , heirateten in die Karolinger Familie. Ein wichtiger Ratgeber wurde den Welfentöchtern dabei "Konrad". Auf jenen Konrad traf in besonderer Weise das zu, was man eigentlich als die Leistung der karolingischen Reichsaristokratie bezeichnen kann, nämlich Träger des Reicheinheitsgedankens zu sein. Auch nach dem Untergang der Karolinger suchten die Welfen weiterhin die Königsnähe und verbanden sich mit dem gerade auf den römischen Königsthron gelangten Geschlecht der lindolfschen Herzöge von Sachsen. Die Welfin "Adelheid", Tochter Rudolfs II. von Hochburgund, wurde die Gemahlin Kaiser Otto des Großen. Mit dem Erlöschen der welfischen Burgunderkönige 1032 fiel Burgund dadurch an das Deutsche Reich.
Durch mehrere Heiraten wurde das reiche welfische Erbe nach Savoyen und Lothringen, nach Schwaben und Bayern ausgedehnt. Im "Investiturstreit" trat das Geschlecht auf die Seite des Rerformpapstums und setzte die Gegnerschaft zu den Salinern fort mit der Feindschaft zu den Staufern. Vor dem Hintergrund des welfisch- staufischen Gegensatzes vollzog sich der Aufstieg des wohl bedeutendsten Herrschers des Welfenhauses, Heinrich des Löwen. Im Zusammenprall mit seinem Vetter, dem Staufenkaiser Friedrich I., Barbarossa, dem der nach Osten drängende Welfenherzog die Unterstützung im Italienfeldzug verweigerte, stürzte er 1180 aus seiner übergroßen, reichsfürstlichen Machtstellung heraus in den Stand eines edelfreien sächsischen Grundbesitzers.
Die herausragende Stellung, die das Geschlecht der Welfen unter Heinrich dem Löwen innehatte, spiegelt sich auch in der welfischen Heiratspolitik wieder. Herzog Heinrich war in zweiter Ehe verheiratet mit "Mathilde", der Tochter Heinrichs von England. Seine Töchter heirateten in das dänische Königshaus.
Die Begründung des Herzogtums Braunschweig- Lüneburg 1235 wies den Enkeln und Urenkeln des Löwen fortan in Niedersachsen einen Handlungsraum von entschieden engerem Zuschnitt zu. Wenn die Welfen Jahrhunderte benötigten, um sich vom Sturz des Jahres1180 zu erholen, so lag das letztendlich an der eigenen Herrschaftsauffassung, die die staatliche Funktion der Herzogsherrschaft im neuen welfischen Territorium kaum erkannte, sondern stattdessen das Herzogtum als ein großes Versorgungsgut für die Familie verstand. Die Folge war eine endlose Kette von Teilungen in mehrere Fürstentümer, was oft zu politischer Ohnmacht führte.
In diesen Linien brachte die Familie nicht selten Männer von überdurchschnittlicher Bedeutung hervor, wie z. B. Herzog Julius von Braunschweig, der mit der Landesuniversität Helmstedt die erste Universität in Niedersachsen gründete oder Herzog August der Jüngere, der sein Vermögen in eine Büchersammlung investierte und 1643 die "Bibliotheka Augusta", die Herzog- August- Bibliothek in Wolfenbüttel, gründete.
Wie bedeutend diese Fürsten auch waren: Die Sternstunde der Dynastie schlug andernorts. Von 1641 bis 1705 regierten nacheinander "Die vier welfischen Brüder": Christian Ludwig, Georg Wilhelm, Johann Friedrich und Ernst August.
Der politisch hochbegabte Ernst August wurde 1661 der erste evangelische Bischof von Osnabrück. Der Tod seines Bruders Johann Friedrich öffnete ihm den Weg zur Herrschaft über Hannover. Politisch stellte er sich konsequent auf die Seite Habsburgs, was ihm im Jahre 1692 die neunte Königswürde und das Reichsbanneramt einbrachte. Mit diesem Erfolg war es den Welfen gelungen, zum ersten Mal seit dem Sturz Heinrichs des Löwen, wieder in den entscheidenden und vornehmsten Kreis der deutschen Reichsfürsten einzutreten. Der Wiederaufbau des Welfenhauses war abgeschlossen.
Gekrönt aber wurde er durch die Ehe Ernst August mit Sophie von der Pfalz, die eine Enkelin König Jacobs I. von England war und den hannoveranischen Welfen die Anwartschaft auf den englischen Thron bescherte. Als im Todesjahr Sophies 1714 auch die englische Königin Anna die Augen schloss, fiel die Krone der Stuarts an den Sohn Ernst August und Sophies, den Kurprinzen Georg Ludwig, der als König Georg I. den Thron bestieg.
123 Jahre lang blieb das Kurfürstentum Braunschweig- Lüneburg, das auf dem Wiener Kongress zum Königreich Hannover wurde, in der Personalunion mit Großbritannien verbunden. Auf dem Felde der Politik hingegen schuf die Personalunion den Welfen eine Achillesferse. Im großen französisch- britischen Gegensatz des 18. Jahrhunderts blieb London in Hannover verwundbar. Die Welfenlande wurden wiederholt zum bevorzugten Angriffsziel, um England zu schädigen.
Dieses führte schließlich das Haus Hannover an die Seite Preußens, an deren Seite sich bereits das Fürstentum Braunschweig befand. Indessen konnten auch der gemeinsame Sieg, den die Truppen der verbündeten hannoveraner und braunschweiger Welfen unter Wellington und zusammen mit den preußischen Truppen unter Blücher über Napoleon bei Waterloo 1815 errangen, nicht darüber hinwegtäuschen, dass insbesondere Hannover einem sich ständig verschärfenden Raumdruck in Norddeutschland ausgesetzt war.
Mit der Machtübernahme von Ernst August als König von Hannover endete die Personalunion zwischen England und Hannover.
Nach seinem Tode im Jahre 1851 übernahm König Georg V. die Regentschaft.
Der über 150 Jahre aufgebaute Konflikt, bei dem es vor allem auch zwischen Preußen und Habsburg um die Frage der Vorherrschaft in Deutschland ging, führte zum "Deutschen Krieg" von 1866. An der Seite Österreichs stürzte das Königreich Hannover als Folge der verlorenen Schlacht bei Langensalza in die Katastrophe. Der blinde König Georg V., politisch schwach und umgeben von schwachen Ratgebern, floh zunächst nach Frankreich und beendete sein Leben im Wiener Exil. Im österreichischen Gmunden fand seine Familie eine Bleibe.
König Georg V. wurde um wenige Jahre von seinem braunschweigerischen Vetter, Herzog Wilhelm, überlebt, der 1866 beim hannoveranischen Zusammenbruch nicht eingegriffen hatte. Er starb als Letzter seines Hauses 1884.
Der über 150 Jahre aufgebaute Konflikt zwischen den Hohenzollern und den Welfen, der den Untergang Hannovers auslöste, wurde erst 1913 halbwegs beigelegt, in der Heirat des Prinzen Ernst August von Braunschweig- Lüneburg mit der Tochter des Kaisers Wilhelm II., Viktoria Luise.
Im Verlaufe einer vielhundertjährigen Geschichte, ließ sich das Geschlecht der Welfen in sieben Heimaten nieder: in Franken, Schwaben, Burgund, Bayern, Italien, Niedersachsen und England. Das Haus herrschte am längsten in Niedersachsen, nämlich 830 Jahre, regierte 450 Jahre in Schwaben, je 300 in Bayern und Italien. In Burgund lebte das Geschlecht 144 Jahre und saß am kürzesten auf Englands Thron, nämlich 123 Jahre. Dort sitzen die regierenden Verwandten noch immer.



Königliches Schlafgemach

Prinzessin Erina von Sachsen, Herzogin zu Sachsen (* 23.07.1921, † 16.02.2010 in Emden),war mit Prinz Thimo, dem Enkel des letzten Sachsenkönigs Friedrich August III. verheiratet.

Friedrich August III. (* 25.05.1865, † 18.02.1932 in Sybillenort),
war dem Militärischen sehr verbunden. 1913 weihte er das Leipziger Völkerschlachtdenkmal ein. Während seiner Regierung sorgte er sich um das Gleichgewicht der Kräfte zwischen Tradition und Fortschritt. Der letzte sächsische König dankte im Ergebnis der Novemberrevolution am 13.11.1918 ab, angeblich mit den Worten "Macht doch euer'n Dreck aleene!".

Marie (1818-1907)
Königin von Hannover,
Gattin von König Georg V.

Koloriertes Foto der Königin Marie von Hannover, (geb. Prinzessin von Sachsen - Altenburg) um 1870. Schloss Marienburg trägt den Namen der Königin Marie von Hannover. Der König schenkte das noch zu erbauende Schloss der Königin zum Geburtstag. Obwohl das Schloss im Jahr 1866 schon fast fertig gestellt wurde, besuchte Königin Marie nach ihrer Abreise 1867 ins österreichische Exil das Schloss Marienburg nicht wieder. Das ehemalige Königreich Hannover wurde im Herbst 1866 offiziell von Preußen annektiert. Die Königin verstarb 1907 im Exil in Gmunden / Oberösterreich. Das Schloss verblieb bis heute im Familienbesitz der Welfen.

Georg V. (1819-1878) Konig von Hannover 1851-1866
Seit dem Tode von Königin Erina repräsentiert Fürstin Susanne das Königreich Romkerhall

Fürstin Susanne beim Fun Boxing mir Sir Richard Bustillo, Ehrenritter zu Romkerhall.

Sir Richard ist einer der letzten noch lebenden Schüler der Kampfsport-Legende Bruce Lee.